Geschichte zur Marien Wallfahrtskappele auf dem Giersberg

Von wechselvollen Zeitläufen ist die Wallfahrt auf den Giersberg in Kirchzarten geprägt. Jahrzehntelang mussten die Gläubigen im Dreisamtal um das Heiligtum kämpfen. Nur das Festhalten am religiösen Brauchtum trug schließlich zum Erhalt bei. Am Sonntag 8.9.2002 wird Patrozinium gefeiert. Seit über 250 Jahren haben seither Menschen in der schlichten Kapelle auf dem Giersberg Stunden der Einkehr und Trost im Gebet gefunden. Das Marienheiligtum auf dem Giersberg verdankt seine Entstehung seiner Frömmigkeit der Menschen zu der Barockzeit.

Nach einer Legende hat ein Hirtenjunge des Schweizermelcherhofes aus Burg-Höfen beim Vieh hüten am Brigittenwald um 1700 unerklärte Stimmen vernommen. Zusammen mit anderen Gläubigen ging er dem Gesang nach und fand in der Öffnung eines Föhrenstammes eine Statuette der Gottes Mutter Maria.

Das von Matthias Faller im Jahre 1742 künstlerisch geschaffene Gnadenbild erinnert heute in der Kapelle an die Entstehungsgeschichte der Wallfahrt. Ein Baumstumpf, bizarr mit Knoten und Ästen belassen, dient als Schatzschrein für die kleine Marienfigur. Die Geschichte in Kombination mit Engeln, Strahlen und Wolkenkranz zeigt die großartigen künstlerischen Fähigkeiten von Matthias Faller, der sämtliche Schnitzarbeiten im Inneren der Kapelle verrichtete. Ahnungsvoll deuteten die frommen Dreisamtäler die Wunderzeichen im Brigittenwald als Aufruf zum Bau einer Andachtsstätte. Trotz Widerstände durch Talvogt und Pfarrer wurde 1710 eine aus Holz gezimmerte Kapelle durch den Dekan erstellt. Diese Kapelle stand im heute noch sichtbaren “Kapellenloch” , etwa 250 Meter südlich vom jetzigen Marienheiligtum entfernt. In einer kleinen Einsiedelei bei der Kapelle wohnte ein Eremit, der Kirchlein und Wallfahrtsbetrieb betreute. Die eigentliche Blüte der Wallfahrt erreichte der Giersberg unter Waldbruder Lorenz Rost, der sich unter großem ideellen und finanziellen Einsatz der Wallfahrtsstätte hingab. Die Wallfahrt entwickelte sich so stark, dass man 1737/38, also vor mehr 250 Jahren, die jetzige im barocken Stil gehaltene Kapelle durch die Gebrüder Fuchs erbauen konnte. Am 23. November 1738 weihte der Konstanzer Weihbischof Franz Anton von Sirgenstein das Wallfahrtsheiligtum.

1778 verfügte der Staat die Entweihung und den Verkauf der Kapelle. Der Protest der Kirchzartener, die an ihrem Heiligtum hingen, war erfolgreich: Die Kapelle blieb als eine der wenigen im Land erhalten. Ein weiterer Versuch, die Kapelle abzureißen, der dieses mal von der großherzoglichen badischen Regierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts ausging, konnte ebenso erfolgreich abgewehrt werden. Durch zahlreiche Renovationsarbeiten 1884, 1907, 1935, 1972 und 1988 wurde das Erscheinungsbild der Kapelle erhalten. 1951 wurde das einstige Bruderhaus zu einer Messmerwohnung umgestaltet und später in die heutige Pilgergaststätte St. Laurentius umgewandelt. Die Kapelle erhielt jüngst neue Sitzbänken.
ds, BZ vom 6.9.2002

Kath. Wallfahrtskapelle St. Marien in Kirchzarten (Giersbergkapelle) Kirchzarten (Giersberg)

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L1020683.JPG, Quelle:  Johannes Wittekind
 

Die auf dem Giersberg gelegene, barocke Wallfahrtskapelle verfügt über zwei kleine Glocken. Die kleine Glocke 2 stammt von dem Basler Glockengießer Weitnauer aus dem 18. Jh. und Glocke 1 von der Firma Grüninger, Villingen, aus dem Jahr 1950.

Von 1707 bis 1709 war zunächst eine Holzkapelle erbaut worden, welche 1737 durch die mit Figuren von Matthias Faller geschmückte Wallfahrtskirche  erstetzt wurde. Direkt neben der Kirche befindet sich eine Pilgergaststätte. Der hölzerne Glockenturm beherbergt die zwei Glocken in einem Holzglockenstuhl. Die Glockenstube weist ein lichtes Grundrissmaß von etwa knapp 1,50 m x 1,50 m und eine lichte Höhe von etwa 2 m auf.

Die Weitnauer-Glocke, welche im 2. Weltkrieg zwar abgegeben werden musste, den Krieg aber unversehrt überstand und im November 1946 wieder zurück in den Turm kam, ist auch im Badischen Glockenatlas inventarisiert.

Im Zeitungsartikel der Badischen Zeitung vom 05.12.2009 (s. Button "Links") wird die Historie der Wallfahrtskapelle und ihrer Glocken erläutert.

Musikalische und technische Daten

 

Gießer

Gussjahr

Material

Ø in mm

kg

Nominal

1

B. Grüninger, Villingen

1950

Bronze

 

 

g‘‘-1

2

H. H. Weitnauer (II), Basel

1711

Bronze

420

55

Azug b‘‘-1

Auszug aus dem Internetseite:
http://www.ebfr-glocken.de/html/liste/glocken_kirchen.html?&tab=detail&scene=detail&id=752